HACAMAT / HIJAMA / BLUTIGES SCHRÖPFEN in Berlin Mitte

Was ist blutiges Schröpfen?

Blutiges Schröpfen ist eine Behandlung, bei der mit einem Glas- bzw. Plastikbehälter dem Körper Blut und Gewebsflüssigkeit über die Haut entnommen wird. 

 

Was bewirkt blutiges Schröpfen, worin liegen die Vorteile?

Es ist eine allgemeine Behandlungsmethode, um die durch angestautes Blut und Lymphe verursachten Beschwerden im Körper zu lindern.

Das Grundprinzip des blutigen Schröpfens besteht darin, an den entsprechenden Hautstellen durch ein Vakuum die sich im Gewebe mit gestautem Blut angesammelten toxischen Substanzen dem Körper zu entziehen. Dadurch kommt es zum verbesserten Fluss von Blut und Lymphe in der Mikrozirkulation in den schmerzenden Körperregionen. Das Gewebe wird besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, wodurch sich muskuläre Verspannungen und Ödeme sowie verklebte Fascien lösen und der Patient eine deutliche Erleichterung und Schmerzreduktion fühlt.

Die Anregung und Reizung der Hautnerven am Ort des Schröpfens bewirkt zudem eine positive Wirkung auf die Organe, die in Verbindung mit den Nerven stehen (Reflex-/ Segmenttherapie). Die Organfunktion wird positiv stimuliert und angeregt. Der Stoffwechsel verändert sich positiv, die Selbstheilungskräfte werden auf diese Weise angeregt.

 

Wie läuft das blutige Schröpfen ab?

Das betroffene Hautareal wird zuerst gereinigt und desinfiziert. Mit Hilfe eines Schröpfbehälters wird anschließend durch das Erzeugen eines Vakuums für ca. 3 min eine lokal verstärkte Durchblutung (Hyperämie) an der Haut hervorgerufen. 

Anschließend wird der Schröpfbehälter entfernt und mit Hilfe einer scharfen Skalpellklinge bzw. mit einer Blutlanzette das betroffene Hautareal mehrfach in 1 cm Abständen über eine Länge von 1cm und der Tiefe von 1mm geritzt. Durch das erneute Herstellen eines Vakuums wird nun über die Hautwunden Blut und Gewebsflüssigkeit in den Schröpfbehältern gesammelt. Diese Prozedur dauert ca. 15 – 20 min. Je nach Stärke der Blutung wird der Behälter entleert und neu angesetzt. Die Blutmenge variiert stark von Mensch zu Mensch und ist konstitutionell bedingt.

Anschließend erfolgt eine erneute Desinfektion. Die Wunden werden zur Beschleunigung der Wundheilung offen gelassen.

 

Gibt es noch andere Schröpfverfahren?

Neben dem blutigem Schröpfen (Hacamat/ Hijama) gibt es das trockene Schröpfen (Feuerschröpfen) und die Schröpfmassage.

Beim trockenen Schröpfen erfolgt im Gegensatz zum blutigen Schröpfen keine Inzision der Haut mit einem Skalpell oder einer Blutlanzette. Es wird lediglich ein Vakuum an der Haut erzeugt. Die meisten Patienten haben nach der Behandlung an diesen Stellen rötliche bis bläuliche Hautverfärbungen. Es ist eine ganz typische und normale Hautreaktion. Die Verfärbung lässt in 3-5 Tagen nach und verschwindet gänzlich. Die Durchblutung wird angeregt, der Lymphfluss verbessert, die Selbstheilung angeregt. Die im Gewebe gestauten Toxine/ Schlacke werden mit dem angeregten Blut- und Lymphfluss abtransportiert. Beim blutigen Schröpfen treten diese mit dem Blut aus der Haut und sammeln sich in den Behältern.

Die Schröpfmassage ist eine Form des trockenen Schröpfens, bei der die Haut zuvor mit einem Öl eingerieben wird und anschließend der Schröpfbehälter mit Erzeugung eines Unterdruckes angesetzt wird. Der Schröpfbehälter wird nun abhängig vom Areal der Beschwerden langsam auf und ab bewegt. Diese Form der Therapie eignet sich besonders für Patienten und Patientinnen, bei denen durch langjährige vorhandene Beschwerden es neben muskulären Verspannungen auch schon zu sichtbaren und tastbaren Verklebungen der äußerlichen Gewebsschichten gekommen ist. Schulternackenbeschwerden mit Kopfschmerzen, aber auch ein Lymphstau am Übergang von der Halswirbelsäule zur Brustwirbelsäule („Witwenbuckel“) lassen sich mit dieser Methode ebenfalls gut behandeln. Die Schröpfmassage ist im Vergleich zum blutigen und trockenen Schröpfen sanft, aber auch hier sind Hautverfärbungen möglich, die nach 3-5 Tagen in der Regel abklingen.

 

Wie oft kann man/ sollte man schröpfen?

Das blutige Schröpfen kann alle 3 Monate durchgeführt werden. Das trockene Schröpfen kann regelmäßig 2x/ Woche angewendet werden. Die Schröpfmassage kann regelmäßig (täglich) angewendet werden, da es nicht zu Blutung kommt. 

 

An welchen Körperstellen wird geschröpft?

Geschröpft wird zwischen den Schulterblättern, am Rücken, am Hinterkopf sowie an jeder Körperstelle, die schmerzt und nahe den Organen, die Beschwerden bereiten.

Das trockene Schröpfen aber auch die Schröpfmassage können nach kurzer Anleitung auch selbstständig Zuhause durchgeführt werden.

 

Kontraindikationen - Wann darf nicht geschröpft werden?

Für das Schröpfen bedarf es bestimmter gesundheitlicher Bedingungen und Voraussetzungen, denen man seine Aufmerksamkeit widmen muss!
Kinder unter 2 Jahren und Personen über 70 Jahren, schwangere Frauen oder bei Frauen während der Menstruation, Dialysepatienten, Patienten mit Krebsmetastasen und Hämophilie, Menschen mit bekannter schwere Anämie (Blutarmut) oder niedrigem Blutdruck und frisch operierte Menschen dürfen nicht geschröpft werden. Die Einnahme von Blutverdünnern (ASS, Marcumar/ Falithrom, Eliquis, Heparin-Präparate,...) ist ebenfalls eine Kontraindikation!

Die zu behandelnden Hautareale dürfen keine Auffälligkeiten aufweisen. Bei Muttermalen oder Wunden darf nicht geschröpft werden. 

Was sollte man vor und nach dem blutigen Schröpfen beachten?

Keine Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten, nach Möglichkeit auch keine Schmerzmitteleinnahme. Vorher und nachher ausreichend Wasser trinken. Man sollte nicht hungrig sein, aber auch nicht zu viel gegessen haben. Nach dem blutigen Schröpfen sollte man sich ausruhen, 24 Stunden nicht duschen oder baden, keine Saunagänge und auch nicht schwimmen oder sonstigen Sport betreiben.

 

Schröpfen in der TCM (traditionellen Chinesischen Medizin)

Das Schröpfen, sowohl blutig als auch unblutig, wird in der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) angewandt. Die TCM erklärt das Entstehen von Schmerzen mit dem gestörten Fluss der Energie QI, die durch den gesamten Körper des Menschen fließt und den Menschen am Leben erhält, und durch den lokalen Stau der Energie. Durch das Schröpfen wird zum einen der Qi-Fluss im Körper reguliert und zum anderen lokal angestaute Energie durch das blutige Schröpfen abgeleitet. Mit der Schröpftherapie greift man harmonisierend in diese Yin-Yang-Dysbalance ein: Energetisch ist das blutige Schröpfen als sedierende Maßnahme zu interpretieren.

 

Blutiges Schröpfen/ Hacamat/ Hijama in der islamischen Tradition

„Der Gesandte (sas ​​) sagte: " ... Zweifellos ist unter den Behandlungen die tugendhafteste, sich Schröpfen zu lassen... " (Muslim 1577-1562), „Wenn es in einer Behandlung eine Wohltat gibt, dann ist es sich Schröpfen zu lassen… „ (Bukhari 12/5724, Muslim 2205/71, Abu Dawud 3857, Ibn Majah 3476)

 

Der Islam lehrt, dass die getroffene Absicht den Wert der Taten bestimmt. Die Absicht, der Sunna des Propheten zu folgen und den einem anvertrauten Körper durch die Hacamat/ Hijama zur Gesundheit verhelfen zu wollen erhält dadurch den Stellenwert eines Gottesdienstes. Schließlich kann man seine Gottesdienste und auch andere Aufgaben nur mit einem gesunden Körper vollständig erfüllen.

Hacamat/ Hijama wird vom Propheten (sas) empfohlen und ist zudem eine von ihm persönlich angewandte Methode und zählt somit zu seiner Sunna. Damit ist Hacamat/ Hijama, wenn sie von einem erfahrenen Arzt nach Untersuchung und Beratung durchgeführt wird, nützlich und eine im Islam zulässige Behandlungsmethode.

Prinzipiell kann das Hacamat/ Hijama jederzeit durchgeführt werden, wenn keine Kontraindikationen vorliegen. Wenn man das Hacamat/ Hijama aus religiösen Gründen, d.h. zur Befolgung der Sunna des Propheten (sas) machen lassen will, dann gibt es in den Hadithen Aussagen und Hinweise zum Zeitpunkt des Hacamat/ Hijama.  

In den Hadithen (Überlieferungen des Propheten) wird das Hacamat/ Hijama nach dem islamischen Mondkalender am 17., 19. und 21.eines jeden Mond-Monats empfohlen.

Wir bieten kein blutiges Schröpfen in unserer Praxis an!