Behandlungen

eIRT-Behandlung (Injury Recall Technique)

Mit der erweiterten Injury-Recall-Technique (eIRT) nach Becker und Brunck lassen sich nach diesem Modell alte, im Nervensystem gespeicherte Verletzungsmuster aufspüren und behandeln – auf Grundlage der Muskeltests der Applied Kinesiology.

Wenn alte Verletzungen nachwirken

Häufig bestehen nach einer Verletzung trotz vollständiger Heilung und Rehabilitation weiterhin Beschwerden im Bewegungsapparat, oder es kommt immer wieder zu neuen Verletzungen – auch in anderen Körperregionen. Nach dem Modell der eIRT liegen in solchen Fällen neurologisch aktive Verletzungsmuster vor, die zur Instabilität im Bewegungssystem beitragen. Dieses Modell ist wissenschaftlich nicht belegt.

Die Methode geht davon aus, dass – ähnlich wie bei einem psychischen Trauma – auch ein körperliches Trauma im zentralen Nervensystem gespeichert wird. Diese Erinnerungskomplexe bleiben trotz lange zurückliegender Verletzung als „aktuelles Ereignis“ präsent und sind an den Ort der ursprünglichen Verletzung gekoppelt, z. B. an eine Blinddarm-Operationsnarbe, die Narbe eines gezogenen Weisheitszahns oder eine Steißbeinprellung. Die davon ausgehenden Impulse stehen mit dem normalen Bewegungsmuster in Konflikt und verursachen u. a. eine Muskelhemmung.

Klinisch wirkt das wie eine muskuläre „Schwäche“ – im Gegensatz zu einer Lähmung handelt es sich aber um eine funktionelle Hemmung. Andere Muskeln müssen die Arbeit übernehmen, die Bewegungsmuster verändern sich und das Gelenk wird weniger stabil. Nach diesem Modell kann das zu Überlastung, schmerzhaften Verspannungen mit Triggerpunkten, Sehnenscheidenentzündungen, Gelenkreizungen und auf Dauer zu schnellerem Verschleiß (Arthrose) beitragen – und das Risiko weiterer Verletzungen erhöhen.

Bei welchen Beschwerden setze ich die eIRT ein?

  • Chronische Rücken- und Gelenkbeschwerden
  • Wiederkehrende Sportverletzungenund Instabilitäten
  • Muskelschwächenund Bewegungseinschränkungen
  • Narbenund operationsbedingte Funktionsstörungen
  • Unklare Beschwerdentrotz unauffälliger Befunde
  • Fehlhaltungenund muskuläre Dysbalancen

Wie sich ein Verletzungsmuster aufbaut

Ein Verletzungsmuster wird aktiv, wenn das Körperareal, das mit der „Körpererinnerung“ an einen Unfall verbunden ist, beansprucht wird. Durch die Verbindung zum Trauma wird der Einsatz bestimmter Muskeln dann durch Hemmung vermieden. Bei einem Verletzungsmuster im Knie- oder Leistenbereich (z. B. nach einer Blinddarm- oder Leistenbruch-Operation) reicht dafür oft schon Gehen oder Springen. Da das Nervensystem komplex verschaltet ist, kann ein Verletzungsmuster neben neuromuskulären auch biochemische und emotionale Aspekte haben.

Ablauf: Untersuchung und Behandlung

  1. Muskeltests der Applied KinesiologyIch teste verschiedene Muskeln an Armen und Beinen auf ihre Ansteuerbarkeit. Ein gehemmter Muskel wirkt „schwach“, ist es aber nicht. Die Aussagekraft dieser Tests ist wissenschaftlich nicht belegt.
  2. Suche nach dem TraumaarealAnschließend suche ich an Körper und Kopf das Areal, das die gehemmten Muskeln wieder „normal“ macht – es steht mit dem Verletzungsmuster in Verbindung.
  3. eIRT-BehandlungDie Körpererinnerung wird gezielt provoziert und ihre Einzelkomponenten werden verändert: durch Klopfen auf Akupunkturpunkte im Gesicht – die Anfangs- und Endpunkte der Leitbahnen – in Kombination mit Augenbewegungen, wie sie auch bei der EMDR eingesetzt werden.

Ziel ist es, durch neue sensorische Reize die Informationen im Gehirn zu „löschen“, die die Muskelhemmung bewirken, damit sich das Verletzungsmuster künftig nicht mehr aufbauen kann.

Was ist EMDR?

EMDR („Eye Movement Desensitization and Reprocessing“) ist eine wissenschaftlich anerkannte psychotherapeutische Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen nach psychischer Traumatisierung. Dabei werden die Erinnerungen abgerufen, während gleichzeitig bilaterale Reize wie seitliche Augenbewegungen, Klopfen oder Töne eingesetzt werden. Für die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) ist die Wirksamkeit in Studien belegt. Die Übertragung dieser Prinzipien auf körperliche Verletzungen im Rahmen der eIRT ist dagegen wissenschaftlich nicht untersucht.

Dauer und Kosten

ca. 30 Min.dauert eine eIRT-Behandlung – meist sind mindestens zwei Behandlungen nötig
ca. 150 €pro Sitzung (Selbstzahlerleistung, Abrechnung nach GOÄ als osteopathische Behandlung)

Die Untersuchung mit den Muskeltests der Applied Kinesiology erfolgt im Rahmen der orthopädischen Untersuchung – für gesetzlich Versicherte als Kassenleistung. Bin ich nach der Untersuchung der Meinung, dass Ihre Beschwerden mit einer eIRT-Behandlung angegangen werden können, biete ich diese als Selbstzahlerleistung an.

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Geschichte der IRT

Die Injury-Recall-Technique geht in ihrer ursprünglichen Form auf den amerikanischen Chiropraktiker Walter Schmitt zurück. Die deutschen Ärzte Dr. Dieter Becker und Dr. Martin Brunck haben sie in über 18 Jahren täglicher Arbeit zur erweiterten IRT (eIRT) weiterentwickelt, die verschiedene Aspekte alter Verletzungsmuster und Traumata berücksichtigen soll.

Häufige Fragen zur eIRT

Was ist die eIRT?

Die erweiterte Injury-Recall-Technique (eIRT) nach Becker und Brunck geht davon aus, dass ein körperliches Trauma – etwa ein Unfall, eine Operation oder eine Narbe – im Nervensystem gespeichert bleiben und zu einer Hemmung einzelner Muskeln beitragen kann. Dieses Modell ist wissenschaftlich nicht belegt.

Wie läuft eine eIRT-Behandlung ab?

Zunächst prüfe ich mit Muskeltests der Applied Kinesiology, welche Muskeln gehemmt sind, und suche das zugehörige Verletzungsareal. Anschließend werden Akupunkturpunkte im Gesicht durch Klopfen behandelt, kombiniert mit Augenbewegungen, wie sie auch bei der EMDR eingesetzt werden.

Bei welchen Beschwerden wird die eIRT eingesetzt?

Zum Beispiel bei chronischen Rücken- und Gelenkbeschwerden, wiederkehrenden Sportverletzungen und Instabilitäten, Muskelschwächen, Narben und operationsbedingten Funktionsstörungen sowie bei unklaren Beschwerden trotz unauffälliger Befunde.

Wie viele Behandlungen sind nötig?

Im Allgemeinen sind mindestens zwei Behandlungen notwendig. Eine Behandlung dauert ca. 30 Minuten.

Was kostet die eIRT-Behandlung?

Die eIRT ist eine Selbstzahlerleistung und kostet ca. 150 € pro Sitzung (Abrechnung nach GOÄ als osteopathische Behandlung). Die vorausgehende Untersuchung mit den Muskeltests erfolgt im Rahmen der orthopädischen Untersuchung als Kassenleistung.

Hinweis zur Methode: Es handelt sich um ein Verfahren der Komplementär- bzw. Erfahrungsmedizin. Seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht für alle hier genannten Anwendungsgebiete belegt; es ist kein Ersatz für eine schulmedizinisch notwendige Diagnostik oder Behandlung. Ob die Methode für Sie infrage kommt, kläre ich im ärztlichen Gespräch.

Medizinischer Hinweis: Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Untersuchung und Beratung. Ein Behandlungserfolg kann nicht garantiert werden; Wirkung und Verträglichkeit sind individuell verschieden. Über Nutzen, Risiken und mögliche Nebenwirkungen kläre ich Sie vor jeder Behandlung auf.

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